Vik i Sogn im Laufe der Jahrhunderte


Das weite und fruchtbare Dorf Vik wurde vor sehr langer Zeit gegründet. Die Gegend muss sich bereits früh für eine gute Lage zum Niederlassen ausgezeichnet haben. Landstriche von Norwegen fallen durch viele große Grabhügeln auf. Es gibt Gebiete die mächtig, reich und politische Zentren in früherer Zeit waren. Vik ist ein solches Gebiet.

Grabhügel
Vik war ein Mittelpunkt in Sogn während eines großen Teiles der Bronze- und Eisenzeit (1800 v.Chr. – 1050 n.Chr.) Dies ist auf die Bedeutung der Landwirtschaft in Vik zurück zuführen. Andere Gegenden könnten ihre politische Bedeutung durch einen zentralen Standort bei den Verkehrshauptadern zu Land oder See erhalten haben.

Handel, Wikingerraubzüge
Die Farmen in Vik liegen auf alten Meeresterrassen, und viele der Grabhügeln befinden sich an derem Rande. Mehrere der Gräber besassen reiche Funde die zeigen wie die Menschen in Vik gehandelt und verkehrt haben sowohl inländisch wie auch im Ausland. Vor allem die Grabstätten in Stadheim und Hove haben reiche Funde ergeben. Die Hügel in Hove sind um 400-500 n.Chr. erbaut worden. In Hopperstad wurden Funde gemacht, die die Raubzügen von Wikingern von Vik beweisen.
Diese Funde sind bronze Schalen und bronze Schüsseln, Dinge die wahrscheinlich ihren Weg durch die Wikingerraubzüge nach Norwegen gefunden haben.

Große Leistung um einen Grabhügel zu bauen
Die großen Funde zeigen, dass die prähistorische Gesellschaft ausreichend organisiert war, um eine große gemeinsame Leistung zu koordinieren. Die Materialien, hauptsächlich Sand und Kies wurde auf die Hügel getragen oder gezogen. Ein Hügel mit einem Durchmesser von 20 m und einer Höhe von 2.5 Metern umfasst 400 m³ Masse. Eine Grabstätte dieser Größe hat wahrscheinlich 200 – 400 Tage Arbeit in Anspruch genommen. 20 Personen könnten dies in 20 Tagen geschafft haben, aber wenn sich die Arbeit über eine längeren Zeitraum streckt ist es möglich, dass eine Familie es schaffte. Wenn die
Gedenkstätte in einer kurzen Zeit gebaut wird, wurde wahrscheinlich ein ganzes Dorf oder Stamm moblisiert. Dies zeigt in welchem Ausmaß der Erbauer geregelte Arbeit hatte.

Stabkirche in Hopperstad
Zwei alte Kirchen
In der zweiten Hälfte des 12 Jahrhunderts wurde in Hopperstad eine Stabkirche errichtet und in Hove eine Steinkirche. Beide Kirchen sind renoviert und werden von Einheimischen und Touristen besucht. Die Kirche in Hove war privat und es verdeutlicht, dass Hove die Heimat von Häuptlingen großen Reichtums war.

Zusätzlich zu diesen Kirchen gabe es auch noch eine Stabkirche in Tenål. Die Kirche wurde durch einen Bergrutsch zerstört, wahrscheinlich im 16. Jahrhundert. Diese Kirche wurde vermutlich auch im 12. Jahrhundert erbaut. 1877 wurde eine neue Kirche gebaut.

Das Mittelalter
Bis ins 18. Jahrhundert verlief das Leben in Vik ohne große Veränderung wie auch in anderen Gegenden von Norwegen. Die Pest brach über das Land herein und ließ die Farmen verfallen. Die Menschen lebten von dem was die Erde, die Berge und die Fjorde ihnen gaben. Die Landwirtschaft hielt die Menschen am Leben, Forstwirtschaft war nie von wichtiger bedeutung in der Wirtschaft von Vik. Wenige Leute lebten von den Fjorden.

Offizier Adam Reutz
Exerzierplatz
1726 wurde ein militärischer Exerzierplatz in Vik errichtet. Dies steht für ein wichtiges Ereignis in der Geschichte von Vik. Mit dem Exerzierplatz fanden Soldaten und Offiziere ihren Weg nach Vik. Als Vik 1874 der Übungsplatz für Sogns Bataljon wurde, begann Vik’s militärische Tage des Ruhmes. Die Offiziere die nach Vik kamen waren für die Entwicklung der Stadt sehr bedeutsam. Sie waren Pioniere der Landwirtschaft und sie waren bedeutsame Figuren in der Politik. Andere wichtige Ereignisse im 18. Jahrhundert war das Schulgebäude das bereits 1741 gebaut wurde. Der Vikar Anders Daae baute dieses Haus aus privaten Gründen. Dies war eine der ersten Schulgebäuden im ländlichen Norwegen. Das Haus wurde in den 1890ern niedergerissen.

Das 19. Jahrhundert
Am 2. Dezember 1811 wurde Vik von einer Katastrophe heimgesucht. Nese am Arnafjord wurde durch einen Erdrutsch verwüstet. 45 Menschen verloren ihr Leben. Die Farmen in Nese waren als eine Häusergruppe an der Stelle gebaut wo der Erdrutsch von den Bergen herunter kam. Die Situation verschlechterte sich durch die schlechte Ernte 1812. Das Überleben kostete viel harte Arbeit, und viele Menschen waren auf Hilfe angewiesen. Aber letztlich ergab sich ein Ausweg. 1839 wanderten die ersten Menschen von Vik nach Amerika aus. Per Ivarson Undi wurde mit seiner Frau und seinen Kindern der erste Auswanderer von Sogn og Fjordane. Über die Jahre sollten viele folgen. Wenn man in den Dörfern von Feios und Fresvik zählt gingen über 4000 vom Landkreis Vik. Im Jahr 2000 gibt es weniger als 3000 Einwohner. Zehntausende Amerikaner können heute ihre Wurzeln in Vik i Sogn finden.

Im letzen Teil des 19. Jahrhunderts konnte man sehen dass sich Bürger in einfachen Einrichtungen und Clubs trafen und offizielle Organisationen wurden eingeführt. Eine Post wurde 1844 eröffnet, Vik Sparebank 1846 und eine landwirtschaftliche Organisation 1858. Dann folgte ein Schießverein, ein Mäßigungsverein, ein Sittenverein, ein Gesangsverein, ein Verbraucherbund, ein Jugendverband und viele mehr. Die Menschen legten neue soziale Treffpunkte an. Die umfassende Veränderung in der landwirtschaftlich genutzen Fläche ergaben bessere Arbeits und Lebensbedingungen. 1865 wurde das Gefängnis in Vik gebaut. Seit damals war das einzige Gefängnis in Sogn og Fjordane in Vik. Die Molkerei wurde 1897 gegründet. Viele Molkereien wurden geschlossen, aber die Vik Meieri existiert immer noch auch in 2005. Die Molkerei ist die einzige in Norwegen die Gammalost, ein alter Käse, herstellt und jedes Jahr wird ein Gammalostfest ausgerichtet.


Das Kraftwerk 1913
1913 wurde das erste Kraftwerk in Vik fertiggestellt. Als das Werk eröffnet wurde, wurde es unangemessen beschriftet "das größte Ereignis in der Entwicklung Viks". Die Menschen von Vik sahen optimistisch auf die Zukunft mit industriellem und wirtschaftlichem Wachstum. 1920 sah Vik seine erste Industrie als Vik Trevarefabrikk (Holzartikel) und Vik Hermetikkfabrikk (Dosenwaren) erbaut wurden. Die Trevarefabrikk stellte zwischen 10 und 20 Personen ein, und die Hermetikkfabrikk 60 Personen von Mai bis September. Beide Unternehmen sind heute geschlossen.

Rv13 über das Vikjafjell
1950-2000
1957 wurde die Straße zwischen Vik und Voss über den Berg Vikjafjellet offiziell eröffnet. Eine alte Forderung wurde Wirklichkeit. Vik bekam eine offene Tür für die Umgebung ohne Fähre oder Boot. 2005 wird die Straße immer noch im Winter teilweise gesperrt. Die Kommune Vik arbeitet hart daran, die Straße vom schlechten Wetter unabhängig zu machen. Zwei große Energieprojekte wurden in den 1950ern und 1960ern gemacht. Durch diese Projekte entstanden viele Arbeitsplätze und erhöhten wieder die Bevölkerung. Viele Bauern verdienten gut und investierten in ihre Farmen. Von den späten 1960ern bis 1990 war die Landwirtschaft in Vik revolutioniert. Neues Land wurde kultiviert und neue Farmhäuser wurden gebaut. Als das letzte Energieprojekt beendet war, wurde viel daran gemacht um in Vik neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Bemühungen hatten Erfolg und 1986 wurde "Vik Verk" eröffnet. Die Firma stellte Leitplanken, Verkehrsschilder, Schneeschieber und andere Produkte aus Aluminuim her. Zu Spitzenzeiten waren 220 Personen angestellt. Seit damals wurde die Firma in mehrere kleine Firmen aufgeteilt und die totale Beschäfitgungsanzahl ist heute weitaus weniger.


Grenzregelungen
1964 Vangsnes, das zu Balestrand gehörte wurde an Vik überschrieben und Kvamsøy wurde Balestrand überschrieben. 1992 wurden Feios und Fresvik von Leikanger zu Vik hinzugefügt. Diese Dörfer und Arnafjord hatten bis in die 70er keine Straßenverbindung.


Beschäftigung
Vik war traditionell eine Landwirtschaftliche Gesellschaft. Aber im Jahr 2000 waren 15.5 % in der Landwirtaschft beschäftigt und 18 % in der Industrie. Der grösste Sektor ist Gesundheit und Soziale Fürsorge mit 21.5 % der erwerbstätigen Bevölkerung. Der größte Arbeitgeber ist die Kommune Vik (Stadtverwaltung), mit 350 Angestellten. Die Bevölkerung betrug am 1.1.2004 2899 Personen. Im Jahr 1999 gab es 1209 registrierte Arbeitnehmer.

Arne Inge Sæbø. Übersetzt von Barbara Thomann


Torstein Hønsi .:. N-6893 Vik i Sogn, Norway .:. (+47) 41 61 18 68 .:. Inhaltsverzeichnis: Foto | Bauernhöfe | Almenhöfe